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Freitag, 16. Oktober 2009

Christa Wolf Nachempfunden II

Endlich nach so langer Zeit, wieder mein Körper.
Wieder die schwäche für einen Menschen, ganz.
Wie er mich anging.
Ich schloss, nicht antwortend, die Augen, vor Schmerz.
Wieder durch mein Inneres, ein Stich.
Wie? Ob ich denn glaubte, er, Joe, hätte mehr Männer geliebt, als die Heerführerin der Amazonen?
Ja, noch mehr, nach meiner Trennung, um sich zu rächen.
Jedoch wurde es zu der Ohnmacht der Liebenden, die stumm, einander meinen Namen zuflüsternd, das Bett zerwühlten.
Wer wird, und wann, mein Geschlecht wiederfinden?
Einer, dem die Geilheit, den Arsch zernagt, wird es sein.
...und bis dahin, bis zur unserer Verschmelzung, nur das Gestöhne und das Gewinsel, die seelenlose Liebe zweier erloschener Körper, die sich aussaugen wollend küssen, doch nichts finden, als die Grässlichkeit der Leere, einer ausgebrannten Seele; und röchelnd befingern sie sich.
Alles Liebenswürdige, das ihre Seele zum Knospen bringen kann, wird sich vor ihren Augen abspielen, und sie werden nichts sehen. Auch, wenn ich sie anstosse, und ihre Arme zu der Gebärde hochreisse, bei der man die Erkenntnis aufnehmen kann, werden sie nicht sehen. So sind sie eben.

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